Die Welt

Ein Jungspund verließ sein Elternhaus,
und zog in die weite Welt hinaus,
er wollte sehen was da war,
war er sich doch nur gewahr,
was er sah,
zu Hause Jahr für Jahr.

Die Eltern, immer voll Bang und zagen,
die konnte er nicht mehr ertragen,
ihn dürstete nach fernen Wegen,
neuen Leuten zu begegnen.
Das Glück zu finden in der Welt,
eben zu suchen was gefällt.

Doch bevor er zur Gänz verschwand,
gaben die Eltern noch reichlich Rat,
damit wenn er in Gefahr sich befand
immer noch gut aufgehoben wart.

Die Mutter sprach zu ihrem Bub:
Gesundes Essen das tut gut.
Ernähre dich von der Natur,
iss das was hergibt Wald und Flur.

Meide jedoch alles Gift,
welches du auf Reisen triffst,
Alkohol, ob hart ob weich.
Tabak, und auch sondergleich.
Das alles nimmt dir nur die Luft,
und bringt dich in ne frühe Gruft.

Außerdem sollst ehrlich sein.
Lüge nicht wie Judas einst,
sondern halt die Seele rein.
Tue den Menschen nicht wie du magst,
sondern wie du’s selbst vertragst.
Behandle jeden gleich und teile gern,
dann wird dein Weg dich reich beschern.

Der Vater sprach zu seinem Bub:
Sohnemann tu immer gut.
Der faule Mann wird träg und faul,
wie die Mad‘ am Apfelbaum.
Versprich mir das du fleißig bist,
arbeitest, lernst und gut isst,
stark wirst, mutig und auch schlau,
treu bist und das nicht nur zu schau,
du deiner Frau bist stets ergeben.
denn nur dann wird’s was mit deinem Leben.

Denn und lass mich sagen wann,
wenn der Tag für dich dann kommt,
an dem du von dieser Erde scheidest,
du nicht lang im Fegfeur leidest,
sondern fromm vorm Herrn steh’n kannst.

Sprachen beide zu dem Bub:
Sohn, versprich auf das du tust,
deiner Lebtag doch nur gut.
Bei allem was du machst und tun wirst,
was du schaffst, was du kreierst.
Denk dabei doch bitte dran,
wem du dein Lem‘ verdanken kannst.

Nun wollen wir nicht länger zaudern,
und deinen Abschied laut bedauern,
stattdessen wünschen wir dir Glück,
auf das du kommst wieder zurück.

Doch kaum war der Jung allein,
fing er an Vollhals zu schrei’n:
Himmel ja ich danke dir,
sie sind weg und ich bin hier,
nun bin ich frei und glücklich ja,
für heute, hier und immerdar.

Die große Stadt das war sein Ziel,
von dort erträumte er sich viel,
zumindest wär’s dort nicht so fade,
wie Zuhause jeden Tage.

Den Atem er dort sich schnell verschlug,
lauerten in der Stadt doch Lug und Trug,
wohin er auch sah,
war immer greifbar,
an jeder Ecke witterte er Betrug.

Und er jauchzte und johlte,
weil er sich nun holte,
was auch immer begehrte,
sein schwächliches Herz.

Hin gab er sich den Gelüsten und Trieben,
die ihn wie ein Tier vor sich hinher trieben.
Er wollte noch mehr und mehr,
und war er
auch schon prall und fett,
servierte die Stadt weiter auf nem Silbertablett,
was auch immer er sich vorstellen wollte,
das sollte er bekommen zu Hauf.
Und so setzte er immer ein Drauf.
Hatte nie genug vom Leben der Stadt,
Vom Wuseln und Wimmeln wurd er niemals satt.
Irgendwann war denn nichts mehr genug um zu stillen,
seine unersättliche Gier und seinen eisernen Willen.

So gingen die Jahre dahin.
Und der Bub verlor seinen Sinn.
Denn er hatte probiert,
was es gab zu probieren,
und er hatte verloren,
was es gab zu verlieren.

Zurück blieb er allein,
zwischen Abfall und Müll
ganz mickrig und klein,
mit einem miesen Gefühl.
sein Körper war schlaff,
seine Glieder noch schlaffer,
einst war er tough gewesen,
jetzt waren andre noch tougher.
Zurück blieb ihm nichts mehr,
er hatte alles gegeben,
da erinnerte er sich,
an sein früheres Leben.

An die einzigen Menschen,
die an ihn glaubten,
die ihn immer noch liebten,
und die ihm vertrauten.

Aber er hatte sie verachtet,
und er hatte sie verletzt,
und dieser Gedanke,
der gab ihm den Rest.

So fand er sein Ende,
in einer der Gassen,
war er verendet,
einsam und verlassen.

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