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1969

Drei Minuten bis zur Landung.
Nil Rukasil’naya kontrolliert noch ein letztes Mal die Treibstoffanzeige der Oрел. Die drei Kosmonauten besitzen noch genug Sprit, um den Weg nach Hause zu schaffen. Bisher war alles gut gegangen. Der Start in Baikonur wurde vor einigen Tagen live in die ganze Welt ausgestrahlt und die Landung auf dem Mond sollte nun ebenfalls, für jeden sichtbar, festgehalten werden.
Noch eine Minute bis zur Landung.
Der Druckausstoß wird erhöht, der Sturz nach unten verlangsamt sich drastisch. Man schwebt der Oberfläche entgegen. Sanft setzt die Oрел auf der Mondoberfläche auf. Sein Copilot Gudok Vsevnutri überprüfte die Anzeigen. Schon jetzt schlagen die diversen Messanzeiger aus und senden unglaubliche Mengen an Daten an die Terminals und Rechner zuhause. Wichtige Forschung und Wissenschaft für das Vaterland. Durch das kleine Seitenfenster beobachtet das dritte Mitglied der Besatzung, Maykl Vorotnik, die näher kommende Mondoberfläche. Es war schon entschieden worden. Er bleibt in der Kapsel, die anderen beiden wagen sich in den luftleeren Raum. Ein wenig sticht es ihn, aber er weiß, dass er auch seine Pflicht erfüllen wird.
Fast ist es soweit. Das ganze Schiff erfasst ein sanftes Beben, als es zwischen Geröll und Sand auf dem Boden anlandet. Der Moment der Wahrheit ist gekommen. Man zieht die Anzüge an und machte sich bereit zum Ausstieg. Rukasil’naya gibt seinem Kollegen ein Zeichen. Er steigt als Erster aus. Sie schließen die Tür zur Luftdruckkabine. Die Außentür öffnet sich, wobei alle Luft schlagartig entweicht und durch die eisigen Kälte des Kosmos ersetzt wird. Nil packt die Kapselwand und schiebt sich hinaus. Setzt einen Fuß auf eine Sprosse. Dann denn Anderen darunter.
Als er auf der Leiter steht, kurz vorm Absprung, um ihn herum nur das tiefschwarze Nichts des Weltraums, spricht er mit fester Stimme jene Worte, die noch lange in den Köpfen der Menschen nachhallen würden:
„Eto odin malen’kiy shag dlya cheloveka, odin gigantskiy skachok dlya rossii.“

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