Eine Minute später kam Strich wieder aus der Gasse, eine fröhliche Melodie pfeifend, mit prächtigen Lederstiefeln an den eigenen Füßen. Was des einen Verlust, war des anderen Gewinn. Der Leitspruch eines jeden Piraten.

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Gleißendes Sonnenlicht stahl sich zwischen seinen geschlossenen Augenlidern hindurch. Zum Schutz hob er die Hand vors Gesicht, bis er wieder etwas erkennen konnte. Eine schmale Gasse, zu beiden Seiten von Holzverschlägen gesäumt, die mal mehr und mal weniger stabil aussahen. Mit einem Stöhnen wandte sich der Decksmann nach rechts in Richtung Kai. Als Erstes stand eine neue Ladung Seile auf der Liste. Er wettete, der erste Offizier, dieser Hundling, lag gerade einer Frau in den Armen oder besoff sich weiter ohne Halten. Aber den guten alten Strich konnte man ja einfach rumkommandieren, der machte schon, was man ihm sagte. Die sollten doch froh sein, dass sie jemanden wie ihn hatten. Jemand, der ohne Murren buckelte und arbeitete, während jeder Andere faul auf der Haut lag.

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Das fahle Licht das durch die morschen Fensterläden ins Innere der schmierigen Kaschemme schien, beleuchtete die Insassen nur spärlich. Gauner und Ganoven. Allesamt saßen auf die gleiche Art, seltsam nach unten gebeugt um möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erregen, teils zusammengedrängt im Zwielicht, die meisten von ihnen einen Krug voll Bier oder ein anderes Gefäß mit undefinierbarem Inhalt vor sich. Ein jeder belauerte den anderen lustlos, keiner wollte zu dieser frühen Mittagsstunde bereits Ärger anziehen. Es stand wie ein ungeschriebenes Gesetz im Raum, ob Straßendieb, Matrose oder Halsabschneider, niemand wollte die zerbrechliche Ruhe stören. Einzeln tuschelte man kaum vernehmlich miteinander hinter gehobener Hand, ansonsten war es im Raum stiller als auf einem Friedhof, nur unterbrochen vom Quietschen des labbrigen alten Tuches das der Wirt benutzte um seine Gläser sauber zu machen. Der Besitzer dieser Spelunke, ein dickbäuchiger, schnauzbärtiger Mann der keinen Sinn für Humor, dafür aber reichlich dick bepackte Arme hatte, lies immer mal wieder seinen wachsamen Blick über die Bande an Spießbrüdern gleiten, während er weiter die trüben Gläser putzte. Allein seine Anwesenheit lies den meisten jede Lust auf Krawall entgehen. Und für hartnäckige Kollegen hatte er immer noch seine gute alte Flinte unter dem Tresen liegen.

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